Forschung

Hier find­en Sie eine Auswahl der am Insti­tut für Europäis­ches Recht vor­fol­gten Forschung­spro­jek­te.

Forschungsprojekte — Prof. Dr. iur. Dr. rer. publ. Dr. h.c. mult. Michael Martinek:
  • Mod­erne Ver­tragstypen im deutschen und europäis­chen Han­dels- und Wirtschaft­srecht

    Das Forschungs­ge­bi­et strebt eine Sys­tem­a­tisierung und Dog­ma­tisierung des Rechts der Mod­er­nen Ver­tragstypen unter beson­der­er Berück­sich­ti­gung des Leas­ing, Fac­tor­ing und Fran­chis­ing an. Der­ar­tige Ver­tragstypen der wirtschaftlichen Prax­is sind ungeachtet ihrer immensen Bedeu­tung in Deutsch­land nicht geset­zlich geregelt, in den europäis­chen Nach­bar­län­dern beste­hen nur Teil­regelun­gen. Die Inte­gra­tion der Mod­er­nen Ver­tragstypen in die Recht­sor­d­nun­gen der jew­eili­gen europäis­chen Mit­glied­slän­der bere­it­et außeror­dentliche Schwierigkeit­en, denn sie entstam­men durch­weg der anglo-amerikanis­chen Recht­skul­tur, der die kon­ti­nen­tal-europäis­che Ver­tragstype­nord­nung fremd ist. Das Forschung­spro­jekt bere­it­et in mehreren Einzelveröf­fentlichun­gen sowie in ein­er dreibändi­gen mono­graphis­chen Gesamt­darstel­lung das Recht der Mod­er­nen Ver­tragstypen, ins­beson­dere in der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land und den europäis­chen Nach­bar­län­dern auf, um an der Schnittstelle von Schuld­ver­trags- und Han­del­srecht für Recht­sprechung und Recht­sprax­is gerechte und zweck­mäßige Ord­nung­spro­gramme zu entwer­fen. Weit­ere Infor­ma­tio­nen

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  • Europäis­che Han­del­srecht­shar­mon­isierung

    Auf dem Gebi­et des Han­del­srechts ist die Recht­san­gle­ichung der Mit­glied­staat­en der EG ein­er­seits von beson­der­er prak­tis­ch­er Dringlichkeit, ander­er­seits dur­chaus bere­its fort­geschrit­ten. Das im Bere­ich des ver­gle­ichen­den Han­del­srechts ange­siedelte Forschung­spro­jekt bemüht sich um eine Erar­beitung der Strate­gien und Meth­o­d­en der Han­del­srecht­san­gle­ichung in Europa. Dabei wird nicht nur die „Europäisierung von oben“ im Sinne der durch die Brüs­sel­er Zen­tralin­stanzen ini­ti­ierten oder dekretierten Recht­sas­sim­i­lierung und -har­mon­isierung betra­chtet, son­dern mit beson­derem Augen­merk die „Europäisierung von unten“ im Sinne ein­er eigen-induzierten Recht­san­gle­ichung der EG-Mit­glied­slän­der ver­fol­gt. Es muss das Ziel sein, in der Han­del­srechts­dog­matik der europäis­chen Mit­glied­slän­der eine Kom­pat­i­bil­ität der Rechtsin­sti­tute und Rechts­fig­uren zu erre­ichen. Das stößt wegen der Ver­schieden­heit der drei in Wes­teu­ropa vertrete­nen Recht­skreise vor allem auf method­ol­o­gis­che Prob­leme. Sind diese indes iden­ti­fiziert, kön­nen Strate­gien für eine Steuerung der eigen-induzierten Recht­shar­mon­isierung der EG-Mit­glied­slän­der ent­wor­fen wer­den. Weit­ere Infor­ma­tio­nen

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  • Geschäfts­be­sorgung in Europa

    Das Recht des ent­geltlichen Geschäfts­be­sorgungsver­trags nimmt im deutschen Recht nach sein­er dog­ma­tisch-kon­struk­tiv­en Struk­tur eine Son­der­stel­lung ein, die in den Nach­bar­recht­sor­d­nun­gen kaum eine Entsprechung find­et. Das Forschung­spro­jekt bemüht sich darum, die Grund­la­gen für eine Vere­in­heitlichung im Recht des ent­geltlichen Geschäfts­be­sorgungsver­trags zu leg­en. Die Grun­didee ist dabei die Her­ausar­beitung der Inter­essen­wahrungspflicht und der Weisungs­ge­bun­den­heit des Geschäfts­be­sorg­ers gegenüber dem Geschäft­sher­rn. Diese Charak­ter­is­ti­ka machen den Geschäfts­be­sorgungsver­trag zum Sub­or­di­na­tionsver­trag, der den herkömm­lichen Aus­tauschverträ­gen als Koor­di­na­tionsverträ­gen und den Gesellschaftsverträ­gen als Koali­tions- bzw. Kon­föder­a­tionsverträ­gen gegenübergestellt wer­den muss. Die typol­o­gis­che und sys­tem­a­tis­che Erfas­sung des Geschäfts­be­sorgungsver­trags als ein­er eigen­ständi­gen Ver­tragskat­e­gorie soll eine europäis­che Ver­ständi­gung über eine kom­pat­i­ble Aus­gestal­tung dieses Rechts­ge­bi­ets ermöglichen. Weit­ere Infor­ma­tio­nen

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  • Ver­trieb­srecht in Europa

    Das Forschung­spro­jekt bemüht sich um eine Struk­turierung und Dog­ma­tisierung der so genan­nten Absatzmit­tlungsverträge, die zwis­chen Her­stellern, Großhändlern und Einzel­händlern bzw. Dienst- leis­tungs­be­trieben im Absatzkanal geschlossen wer­den, um den Ver­trieb von Waren bzw. Dien­stleis­tun­gen zu organ­isieren. Im Einzel­nen geht es um Beliefer­ungsverträge, Fach­händler-, Ver­tragshändler-, Han­dels- vertreter-, Kom­mis­sion­sagen­ten- und Fran­chise-Verträge. Bei der Ermit­tlung des jew­eili­gen „Statuts“ der einzel­nen Beteiligten am Absatzgeschehen wird eine inter­na­tionale Per­spek­tive gewählt, um zugle­ich die Grund­la­gen für eine Vere­in­heitlichung des Ver­trieb­srechts in Europa zu leg­en. Weit­ere Infor­ma­tio­nen

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Forschungsprojekte — Prof. Dr. Dr. hc. Tiziana J. Chiusi:
  • Inte­gra­tion als pri­va­trechtlich­es Prob­lem

    Ein zen­trales Betä­ti­gungs­feld der inno­v­a­tiv­en Arbeit der römis­chen Juris­ten war das „Aus­län­der­recht”. Das nur für die Stadt Rom gel­tende Zivil­recht bedurfte spätestens ab dem Zeit­punkt, zu dem aus dem kleinen Dorf am Tiber ein Wel­tre­ich gewor­den war, der Weit­er­en­twick­lung. Die unab­d­ing­bare Ein­beziehung von Pere­gri­nen in das Wirtschaft­sleben ein­er mul­ti­eth­nis­chen Gesellschaft und die ein­heitss­tif­tende Wirkung des Pri­va­trechts mag man aus heutiger Sicht als beein­druck­ende Inte­gra­tionsleis­tung der römis­chen Juris­ten begreifen. Gle­ichzeit­ig ent­standen hier die wichtig­sten Rechtsin­sti­tute des heuti­gen Ver­trags- und Wirtschaft­srechts. Die Erforschung dieser Zusam­men­hänge sowie der Arbeitsmeth­ode der Juris­ten als Schöpfer von Rechtsin­sti­tuten, die über die Jahrhun­derte hin­weg alle europäis­chen Recht­sor­d­nun­gen geprägt haben, ver­mit­telt let­ztlich die umfassende Bedeu­tung des Pri­va­trechts als inte­gra­tives, ord­nungs- und ein­heitss­tif­ten­des Instru­ment inner­halb ein­er Gemein­schaft. Sie dient aber auch der Ausar­beitung von sozialen und juris­tis­chen Mod­ellen für unsere immer het­ero­gen­er wer­dende Gesellschaft. Dieser The­men­bere­ich ist wieder­holt Gegen­stand von Auf­sätzen (siehe Schriften­verze­ich­nis) sowie ein­er method­ol­o­gisch geprägten Habil­i­ta­tion­ss­chrift zu den Wech­sel­wirkun­gen von antik­er Rhetorik und Jurispru­denz gewe­sen, die in den Jahren 2008/2009 auch von der DFG gefördert wurde. (Deren Ver­fasserin wurde inzwis­chen als Ordi­nar­ia nach Zürich berufen). Pri­va­trecht und Men­schen­rechte: Aus­ge­hend vom antiken Sklaven- und Aus­län­der­recht liegt ein weit­er­er Forschungss­chw­er­punkt auf dem Ver­hält­nis von Pri­va­trecht und Men­schen­recht­en im weitesten Sinne. Wurde in der Antike der Schutz des Einzel­nen noch durch zivil­rechtliche und zivil­prozes­suale Rechtsin­sti­tute gewährleis­tet, ver­lagerte sich dieser im Zuge der Aufk­lärung und des Kon­sti­tu­tion­al­is­mus mehr und mehr auf das Ver­fas­sungsrecht und die pri­va­trechtlichen Mech­a­nis­men wur­den ver­nach­läs­sigt. Deren Bedeu­tung ste­ht dage­gen im Vorder­grund der wis­senschaftlichen Tätigkeit der Lehrstuh­lin­hab­erin wie mehrerer betreuter Dis­ser­ta­tio­nen zu Fra­gen des Bürgschafts-, des Min­der­jähri­gen- und des Fam­i­lien- und Erbrechts.

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  • Bere­icherungsrecht als europäis­ches Prob­lem

    Das Bere­icherungsrecht nimmt einen beson­deren Platz in Forschung und Lehre ein. Geht es hier um das „suum cuique tribuere” und damit, wie auch der BGH for­muliert, um Bil­ligkeit, ste­hen neben den sozio-ökonomis­chen Imp­lika­tio­nen vor allem die juris­tisch-tech­nis­chen Lösungsan­sätze in Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart im Zen­trum der Forschung. Die Entwick­lung von der römis­chen actio de in rem ver­so als ein­er Klage aus dem Sklaven­recht mit geschäfts­be­sorgungsrechtlichen Anklän­gen über die gemein­rechtliche Ver­sion­sklage bis hin zu der franzö­sis­chen action de in rem ver­so und dem deutschen Kondik­tio­nen­sys­tem bewegt sich zwis­chen recht­stech­nis­chen Erwä­gun­gen, ökonomis­chen Erfordernissen und ele­mentaren Gerechtigkeits­fra­gen. Zu diesem The­ma hat die Lehrstuh­lin­hab­erin ihre Habil­i­ta­tion­ss­chrift (siehe Schriften­verze­ich­nis) ver­fasst mit ein­er Arbeit, die bere­its in 2. Auflage gedruckt wurde und eine fast hun­dertjährige Lit­er­aturlücke geschlossen hat.

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  • Recht­sen­twick­lung im Aus­land

    Schon die Per­son­alu­nion zwis­chen der Lehrstuh­lin­hab­erin und der Aus­lands­beauf­tragten der Fakultät bedeutet wegen des rechtsver­gle­ichen­den Schw­er­punk­ts beson­dere Syn­ergieef­fek­te. Neben der Zusam­me­nar­beit in Forschung und Lehre mit führen­den Uni­ver­sitäten in Ital­ien (Pavia, Cata­nia, Par­ma, Neapel), Spanien (Madrid Com­plutense, Basken­land, Tar­rag­o­na), Israel (Tel Aviv Bar-Ilan), Rus­s­land (Wol­sh­skij) und Japan (kaiser­liche Uni­ver­sitäten in Kyushu und Kyoto) wurde kür­zlich ein weit­eres Pro­jekt mit der Uni­ver­sität Tblis­si (Georgien) in die Forschungstätigkeit ein­be­zo­gen. Durch den Aus­tausch von Forsch­ern, Dozen­ten und Studieren­den bei­der Uni­ver­sitäten soll hier ein Beitrag zur Weit­er­en­twick­lung des geor­gis­chen Pri­va­trechts geleis­tet wer­den. Wegen der Ver­wurzelung des dor­ti­gen Pri­va­trechts in der europäis­chen und v. a. deutschen Tra­di­tion knüpft diese Auf­gabe an die recht­shis­torische, rechtver­gle­ichende und recht­method­ol­o­gis­che Aus­rich­tung der Pri­va­trechts­forschung des Lehrstuhls naht­los an. Aus dieser Verbindung ist bere­its eine rechtsver­gle­ichende Dis­ser­ta­tion zum geor­gis­chen Bere­icherungsrecht her­vorge­gan­gen. Als Zweige dieses Prob­lemkreis­es ist die Erforschung von Prozessen der europäis­chen Ord­nungs­bil­dung zu betra­cht­en, die im Zen­trum der Forschung der näch­sten Jahre ste­hen wird. Die Unter­suchung der Genese des europäis­chen Rechts unter dem Blick­winkel der umfassenden Dimen­sion des Pri­va­trechts wird durch die Rechtsver­gle­ichung der wichtig­sten europäis­chen Recht­sor­d­nun­gen auf der Basis ihrer roman­is­tis­chen Herkun­ft durchge­führt. Durch die Fest­stel­lung von Ähn­lichkeit­en und Unter­schieden sowie der his­torischen Gründe soll mit­tel­fristig die Vor­lage eines ein­heitlichen europäis­chen Zivil­rechts erar­beit­et wer­den.

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  • Prozess­recht als Schlüs­sel zum Ver­ständ­nis ein­er Recht­sor­d­nung

    Das Bestreben, eine Recht­sor­d­nung in sein­er Gesamtheit erfassen zu wollen, um sich ein Urteil von ihren Beson­der­heit­en zu bilden und sie anschließend mit anderen Recht­sor­d­nun­gen zu ver­gle­ichen, kann nicht auf der Stufe des materiellen Rechts ver­har­ren, denn allzu oft ent­fal­ten pri­va­trechtliche Insti­tute ihre beson­dere Wirkungsweise erst im Wech­sel­spiel mit ihrer prozes­sualen Durch­set­zung. Das gilt im Beson­deren für das Römis­che Recht mit sein­er actio­nen-rechtlichen Sichtweise, gewährt aber auch beson­dere Ein­blicke in die Rechtswirk­lichkeit mod­ern­er Recht­sor­d­nun­gen. Dieser spez­i­fisch prozes­suale Blick­winkel begleit­et die Lehrstuh­lin­hab­erin schon ihre gesamte wis­senschaftliche Lauf­bahn (siehe Schriften­verze­ich­nis) und prägt ihre Forschungstätigkeit bis heute. Er ist Gegen­stand eines aktuellen Pro­mo­tionsvorhabens, das Wider­sprüche zwis­chen materiell-rechtlichen und prozes­sualen Haf­tungsreg­i­men unter­sucht

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